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zwiedenken [2011/08/15 20:57] (aktuell)
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 +Auf AntiveganWiki:​Zwiedenken wird ein als typisch für Veganer bezeichnetes Phänomen besprochen: einerseits Verhaltensweisen abzulehnen und zu verurteilen,​ andererseits sich aber selbst nicht besser zu verhalten. Was ist daran zu kritisieren?​
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 +In Diskussionen über gesellschaftliche Entwürfe oder Probleme allgemein sollte zunächst zwischen der Suche nach einer optimalen Lösung und dem Durchsetzungsproblem unterschieden werden: wer bei der Suche nach Alternativen von vornherein nur von bestehenden Verhältnissen und Grenzen ausgeht, wird schon in der Theorie oft keine wesentlichen Verbesserungen erreichen können. Erst wenn die theoretisch beste Lösung ausgemacht ist, sollte über die Realisierung nachgedacht werden. Dabei kann dann nach Wegen gesucht werden, über die sich der Lösungsvorschlag von der der aktuellen Sitation aus erreichen lässt. Oder man entscheidet sich zunächst für weniger gute aber realisierbare Verbesserungen. Letzteres wiederum schließt nicht aus, parallel dazu auf die Bedingungen Einfluss zu nehmen, welche die Umsetzung der besten Lösung verhindern.
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 +Ein solches Vorgehen ist kein Zwiedenken, sondern Ausdruck dessen, dass es kein "​richtiges Leben im falschen"​ gibt. Wer in den bestehenden Verhältnissen eine gute Position innehat, dem fällt sicher die Schlussfolgerung nicht schwer, alles zu belassen wie es ist. Die Alternative besteht darin, innerhalb der Verhältnisse das bestmögliche zu tun, und Einfluss auf die Verhältnisse selbst zu nehmen. Theoretisch gute Lösungen jedenfalls werden dadurch nicht schlechter, dass sie sich nicht sofort realisieren lassen.
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 +Neben dem Durchsetzungsproblem scheint sich die Frage zu stellen, ob eine gefundene beste Lösung zu einem Problem (z. B. Veganismus als Antwort auf das Problem, dass der Konsum und Gebrauch tierlicher Produkte Interessen verletzt) wirklich die beste Lösung ist. Wer eine die bestehende Sitation verbessernde Idee deshalb verwirft, weil sie nicht perfekt ist und ihrerseits wiederum neue Folgeprobleme aufwirft, stellt sich gegen jeglichen Fortschritt. Zudem bringt die Bedingung, ein Gesellschaftsentwurf müsse perfekt sein um sich darauf einzulassen,​ im Umkehrschluss die Anschauung zum Ausdruck, dass es überhaupt perfekte -ismen geben könne. Damit stellt sich der Kritiker mit jenen Dogmatikern auf eine Ebene, die behaupten, mit ihrem -ismus die einzig gültige Wahrheit gefunden zu haben. Keine noch so gute Idee wird für immer Bestand haben, jedes Gute hat auch sein Schlechtes, nur ist es kein Argument dafür, sich bestehenden Problemen gar nicht mehr zu stellen, dass es die für alle perfekte Lösung nicht gibt.
 +[[User:​Peppermint|Peppermint]] 2006-08-05 12:01
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 +[[Ordner:​Diskurs|OrdnerDiskurs]]