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Zu diesem Artikel gibt es noch keinen Konsens. Diskussion siehe unten.


Vegane Hunde- und Katzenernährung

Hunde und Katzen ernähren sich in der Natur von so genannten Beutetieren. Manche Veganer möchten Hunde und Katzen stattdessen mit veganer Nahrung ernähren. Diese Form der Ernährung wird sehr kontrovers diskutiert. Bereits die vegetarische Ernährung von Hunden und Katzen wird als nicht-artgerecht und gesundheitsschädigend kritisiert. Ob eine vegane Ernährung von Hunden und Katzen sinnvoll und möglich ist, ist eine interessante Frage.

Ethische Aspekte

Vegane Katzen- und Hundeernährung wird vor dem Hintergrund einer antispeziestischen Ethik zu einer Notwendigkeit, denn jedes fühlende Lebewesen hat gemäß des Antispeziesismus das gleiche Recht auf Leben und körperliche und psychische Unversehrtheit.

Dass Hunde und Katzen überhaupt ernährt werden müssen, liegt daran, dass Hunde bereits seit einigen tausend Jahren und Katzen seit einigen hundert Jahren von der Wildform ihrer Art domestiziert wurden und als so genannte Haustiere gehalten wurden und werden. Früher diente die Haltung mehr praktischen Zwecken (Schutz der Kornspeicher vor Mäusen, Wach- und Jagddienste), heute dagegen sind Hunde und Katzen hauptsächlich „Kuscheltiere“.

Tierrechtler haben es sich als Ziel gesteckt langfristig eine vegane Gesellschaft zu etablieren, in der nichtmenschliche Tiere weder als Nutz- noch als Haustiere gehalten werden. Doch bis dahin gilt es Hunde und Katzen als Opfer unserer speziesistischen Gesellschaft zu versorgen.

Aus diesem Bruch zwischen Veganer Ethik und nicht-veganer Gesellschaft ergibt sich zunächst ein vermeintliches ethisches Dilemma: Ein Veganer, der einen bereits existierenden Hund oder eine bereits existierende Katze, für deren Existenz er nicht verantwortlich ist, aufnimmt, um dessen Rechte zu sichern, muss dieses Tier ernähren - möglicherweise mittels anderer Tiere. Aus dem Konflikt zwischen veganem Anspruch und noch vorhandener Realität ergeben sich ethische Widersprüche, für die der Veganer nicht verantwortlich ist, die er aber allein auch nicht auflösen kann, bevor sich die Gesellschaft in seinem Sinne geändert hat.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“. (Theodor W. Adorno, Minima Moralia)

Der Deutsche Tierschutzbund (1) kommt jedoch zu dem Schluss, dass die aus menschlicher Ernährung anfallenden „Schlachtabfälle“ genügen, um den Bedarf an Fleisch für Hunde- und Katzennahrung zu decken. Was der deutsche Tierschutzbund dabei gänzlich unberücksichtigt lässt, dass es keine „Schlachtabfälle“ im eigentlich Sinne gibt, schließlich werden Tierhäute in Form von „Leder“, Innereien in Form von Tiernahrung und Knochen, Knorpel, Hörner und Hautschichten in Form von Gelatine. Doch selbst wenn dem so wäre, stellt sich die Frage, ob es auf Basis einer antispeziestischen Ethik legitim wäre solche „Abfälle“ als Tiernahrung zu benutzen: Erscheint uns doch auch die Vorstellung menschliche Leichen als Tiernahrung zu benutzen geradezu grotesk - obwohl deren „Entsorgung“ insbesondere nach Katastrophen wie jüngst der Flut in Asien ein enormes Problem darstellt. Wenn uns also die Vorstellung nicht behagt Hunde und Katzen mit den Opfern einer Naturkatastrophe zu ernähren, warum also wäre es legitim sie mit den Körperteilen ermordeter Tiere zu ernähren? Wir erkennen: die Ernährung mit vermeintlichen „Schlachtabfällen“ kann das ethische Dilemma nicht auflösen, welches sich uns bei der Ernährung von in der Natur omnivor oder gar karnivor lebenden nichtmenschlichen Tieren stellt.

Häufig wird VeganerInnen der Vorwurf gemacht, ihre eigene vegane Ethik auf Tiere zu übertragen, die selbst keine Ethik haben und sich dagegen weder artikulieren noch wehren können. (2) Auch ihr wird Kurzsichtigkeit wie Selbstherrlichkeit der Speziesisten deutlich: VeganerInnen betrachten es als ihre Pflicht die Wunden zu versorgen, die eine tierrechtsfeindliche Gesellschaft gerissen hat. Katzen und Hunde hatten nie eine Wahl, ob sie an der Seite des Menschen leben möchten oder nicht, ihnen wurde dieses Leben oktroyiert. Der Mensch trifft ständig Entscheidungen für sie, wo sie leben, wie sie leben, ob sie Eltern sein dürfen, ob sie miterleben dürfen wie ihre Kinder aufwachsen - ja, und nicht zuletzt wie sie sich ernähren.

Hat ein Veganer das Recht, Tieren eine bestimmte Ernährung, die sie in freier Natur oder bei freier Wahl möglicherweise nicht wählen würden, aufgrund seines ethischen Verständnisses aufzuzwingen? Auch diese Frage ist bei nähere Betrachtung unzulässig, denn ebensogut könnten wir fragen, ob ein Tierausbeuter das Recht hat Tieren eine bestimmte Ernährung aufzuzwängen, die sie in der Natur nie wählen würden. Schließlich erscheint die Vorstellung von Kühe und Schweine anfallenden Katzen doch eher befremdlich.

Aus einer Diskussion der Frage, ob vegane Ernährung für Hunde und Katzen gesund ist, ergibt sich darüber hinaus möglicherweise die ethische Frage, ob ein Veganer Tieren durch falsche Nahrung Schaden zufügen darf. Wer dies fragt, blendet einmal mehr die Frage aus, ob es legitim ist für eine nichtvegane Ernährung von Katzen und Hunden andere nichtmenschliche Tiere zu ermorden.

Gesundheitliche Aspekte

Bislang haben nur wenige Tierärzte oder Wissenschaftler bekannt, die vegane oder vegetarische Ernährung von Hunden und Katzen befürwortet. (2) Eine wissenschaftliche Studie (Radka, 3) kommt zum Schluss, dass bereits vegetarisches Futter zu Gesundheitsschäden führt, so wiesen in seiner Studie vegetarisch ernährte Hundewelpen mit 8 Lebenswochen nur die Hälfte des üblichen Körpergewichtes auf. Auch der Deutsche Tierschutzbund kam, u.a. beraten von Prof. Dr. Ellen Kienzle (Lehrstuhl für Tierernährung am Institut für Veterinärmedizin der Universität München), zu dem Schluss, dass bereits vegetarische Ernährung für Hunde und Katzen nicht artgerecht und gesundheitsschädlich sei.(4) All diese Studien berücksichtigten jedoch nicht, dass eine verantwortungsvolle vegane Ernährung von Hunden und Katzen bedeutet, ihre Nahrung mit Supplemente anzureichern, die für gewöhnlich nicht pflanzlicher Kost gar nicht oder in nur unzureichenden Mengen vorkommen. Supplemente wie VegeCat bzw. VegeDog sowie damit angereicherte Fertigprodukte wurden tierärztlich geprüft, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.(11) Als Verfechter der veganen Hunde- und Katzenernährung darf Dr. Andrew Knight betrachtet werden, der mit entsprechenden medizinischen Hintergrund auf seiner Webseite darauf hinweist, dass eine vegane Ernährung von Katzen und Hunden möglich ist, ohne ihrer Gesundheit zu schaden.(12)

Peta geht noch einen Schritt weiter und befürwortet vegetarische Hunde- und Katzenernährung als gesundheitsfördernd. Dabei stützt sich Peta allerdings auf eine eigene Studie, von der nach Nachfrage bei Peta zu erfahren war, dass die Schlussfolgerungen von Peta sich auf die Erfassung der Ernährung von 300 Hunden per Fragebogen, bezogen auf einen Zeitraum von einem Jahr, beziehen. Langzeitfolgen konnten also nicht erfasst werden, auch wurde die genaue Art der vegetarischen Ernährung in der Studie nicht näher konkretisiert (rein pflanzlich, frisch mit Milch und Eiern, oder Fertigfutter).

Ein Problem ist allgemein die Klassifizierung der auf dem Markt angebotenen Fertig-Nahrungsmittel für Hunde und Katzen. Diese werden teilweise als „vegetarisch“ beworben, was zu dem Fehlschluss führen kann, sie enthielten tierisches Eiweiß in Form von Milch- oder Eiprodukten. In der Tat sind aber sämtliche Nahrungsmittel frei von tierlichem Eiweiß in Form von Milch und Eiern, was aber wiederum nicht unbedingt mit vegan gleichgesetzt werden kann. So z.B. bei AmiCat, hier ist noch ungewiss, ob das enthaltene Vitamin D3 tatsächlichen pflanzlichen Ursprungs ist.

Hunde können Mangelernährung sehr lange Zeit kompensieren, was viele traurige Tierschicksale gerade in südlichen Ländern zeigen. (Wissenschaftliche) Langzeitbeobachtungen und -studien an vegetarisch oder vegan ernährter Hunde oder Katzen fehlen aber bis heute. Es gibt lediglich einige Erfahrungsberichte (8).

Allerdings darf auch hier die Objektivität solcher Studien angezweifelt werden, schließlich sind deren Auftraggeber meist direkte Profitiere der „Haustierhaltung“ und/oder „Nutztierhaltung“. Tierrechtler verfügen weder über das Budget um Gegenstudien durchzuführen, noch haben sie Interesse daran - bedeuten doch solche Studien Tierversuche und schreckliche Qualen für die Versuchstiere.

Ethologische Aspekte

Ein Pilotprojekt im Tierheim Siegen zur veganen oder vegetarischen Hunde- und Katzenernährung wurde nach relativ kurzer Zeit wieder abgebrochen, nachdem die Tierheimleitung von Jägern übernommen wurde, die ihre Entscheidung mit unlösbaren Akzeptanzproblemen begründeten. Das Erstaunliche daran: Vor ihrer Übernahme verlief die vegane Ernährung ohne nennenswerte Komplikationen.1)

Zudem ernähren sich Katzen niemals von Aas (im Sinne von nicht-selbstgeschlagener oder bereits längere Zeit toter Beute), Hunde dagegen sehr gerne. Katzenkinder erlernen in den ersten 12 Lebenswochen von ihrer Mutter bzw. den Menschen, welche Nahrung „richtig“ ist. Diese Prägung lässt sich hinterher nur sehr schwer rückgängig machen, eine Erfahrung, die auch Anhänger der Ernährung von Haustieren mit rohem Fleisch (9) machen mussten. Die Akzeptanz von Hunden gegenüber ungewohnter Nahrung ist wesentlich breiter als bei Katzen.

Hier schliesst sich der Kreis zu den ethischen Fragen, inwieweit ein möglicher Zwang zu vom Individuum abgelehnter Ernährung mit den Rechten der Katze oder des Hundes vereinbar ist.

Juristische Aspekte

Das deutsche Tierschutzgesetz stellt in § 3 folgende Anforderung an die Ernährung von Tieren: Es ist unter Androhung von Ordnungsstrafe bis zu 25.000 Euro und ggf. Beschlagnahmung des Tieres verboten „einem Tier durch Anwendung von Zwang Futter einzuverleiben, sofern dies nicht aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist, 10. einem Tier Futter darzureichen, das dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bereitet,“

Inwieweit die vegane Ernährung von Hunden oder Katzen diesen Tatbestand erfüllt, muss im Zweifelsfall der örtlich zuständige Amtsveterinär entscheiden. Bislang ist jedoch noch kein Fall aktenkundig, in dem der zuständige Amtsveterinär gegen eine vegane Ernährung entschied.

Einordnung des Themas zur Zielerreichung des Veganismus

Die Problematik der veganen oder nicht-veganen Ernährung von Hunden und Katzen ist ein Dilemma, welches sich aus übergeordneten Problemen ergibt.

1. Haustierhaltung

Wenn erst in einer veganen Gesellschaft keine Hunde und Katzen mehr als Haustiere gehalten werden, sondern nur noch die Wildformen dieser Arten in freier Natur vorhanden sind, erledigt sich auch das Problem ihrer künstlichen Ernährung. Dann werden sich die Wildformen der Arten von ihren Beutetieren ernähren. Anzustreben wäre also ein allgemeiner Verzicht auf Haustierhaltung. Dies ist insbesondere bei Katzen problematisch, da diese sich - sofern artgerechte Freigänger - sehr rapide vermehren.(7) Kastrationen sind aber als Eingriff in die Rechte der Katzen auf körperliche Unversehrtheit und Fortpflanzung ethisch abzuwägen. Eine reine Wohnungshaltung von Katzen wäre keine Problemlösung, da die einerseits nicht-artgerechte Haltungsform häufig zu Verhaltensproblemen führt, andereseits unkastriert allein gehaltene Katzen dauerrollig werden, was sehr belastend für die Katzen ist. Unkastrierte, nur in der Wohnung gehaltene Kater markieren mit strkem Geruch, was für die meisten Menschen eine unerträgliche olfaktorische Belästigung darstellt. Zur Zeit werden in Deutschland etwa 7,2 Millionen Katzen und 5,0 Millionen Hunde als Haustiere gehalten. (Statistik 2002, 10)

2. Schlussfolgerung

Möglicherweise wäre es sinnvoll, das Thema der veganen Katzen- und Hundeernährung ganz zurück zu stellen, was allerdings die Probleme nur zeitlich verlagern würde. Vorerst bleibt die Frage weiter umstritten: während einige Veganer dafür plädieren, ein entsprechendes ethisches Bewusstsein zu schaffen und Hunden und Katzen vegane Nahrung anzubieten, weisen Kritiker auf die gesundheitlichen Risiken hin, die daraus entstehen können.


Quellen

(1) Deutscher Tierschutzbund zum Thema Katzenernährung http://www.tierschutzbund.de/00782.html

Deutscher Tierschutzbund zum Thema Hundeernährung http://www.tierschutzbund.de/00783.html

(2) WDR-Sendung zum Thema http://wdr.de/tv/service/tiere/inhalt/20030720/b_2.phtml

(3) Engelhard, Radka, Universität München: Feldstudie zur vegetarischen Ernährung von Hunden und Katzen http://www.vetmed.uni-muenchen.de/english/research/dissertations/promotion/ws98-99/EngelhardR.txt

(4) Zusammenfassung Deutscher Tierschutzbund http://www.maulkorbzwang.de/archive_news/07_04/240704.htm

(5) Peta e.V. http://www.peta.de/info/fakten/dfsveg11.html

(6) Tierschutzgesetz § 3, Punkt 10 http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tierschg/

(7) Vermehrung von Katzen (Katzenpyramide) http://www.katzenhilfe-wuerzburg.de/Informationen/vermehrung.html

(8) Informationsseite zum Thema: http://www.vegane-katzen.de

Erfahrungsberichte:

(9) Biologisch artgerecht roh füttern (BARF) http://www.barfers.de/barf/index.htm

(10) Statistik Haustierhaltung in Deutschland 2002 http://www.zzf.de/zza/031226.html

(11) http://www.vegi-service.ch/tierfutter-02.htm

(12) http://www.vegepets.info/

http://vegan-hund.de


Ethik Tierrechte Tierschutz


Meta-Diskussion .)

So, ich hab die Diskussion jetzt mal gründlich aufgeräumt und strukturiert, bitte schaut nochmal via 'Ältere Versionen' nach, ob dabei keine inhaltlichen Punkte verloren gingen. Es wäre schön, wenn die weitere Diskussion sich an diesen Punkten orientieren könnte (oder neue Themen ergänzt werden) - lieber mehrere kleine Bemerkungen an verschiedenen (passenden) Stellen treffen, als einen langen Beitrag am Ende. Mal schauen, ob wie so doch noch zu einem für alle Seiten akzeptablen Beitrag kommen :)

Diskussion

Speziesistische Formulierungen

Als vegetarisch gekennzeichnete Nahrung ist mitnichten immer vegan; selbst als vegan deklariere Produkte können potentiell unvegan sein. So z.B. AmiCat, hier ist noch ungewiss, ob das enthaltene Vitamin D3 tatsächlichen pflanzlichen Ursprungs ist. Wir sollten uns weiterhin darauf verständigen nicht von „Futter“, sondern von „Nahrung“ zu sprechen, schließlich wäre alles andere speziesistisch.

Verursachungsprinzip

Kuckuck, ich finde den Artikel schon ziemlich gut! Zu kritisieren hätte ich nur die vermeintliche Irrelevanz der (laut Aussage des Artikels ohnehin durch den Konsum tierischer Produkte im Rahmen der Ernährung des Menschen anfallenden) so genannten „Schlachtabfälle“. Denn solange diese Profit bringen, ist es unerheblich, ob sie als eigentliches Hauptprodukt hergestellt werden, oder nur nebenher anfallen. Ein nicht geringer Teil des Angebots in der Fleischtheke im Supermarkt besteht ebenfalls zumindest teilweise aus „Schlachtabfällen“ (Beispiel: Leberwurst) — trotzdem wird die Tierhaltung dadurch mitfinanziert. Auch die als Leder verwendete Haut ist letztlich nur ein Schlachtabfall …

Ich brauche keine Quelle, um zu belegen, dass Tierhäute verkauft und nicht verschenkt werden. Auch werden die von dir als „Schlachtabfälle“ bezeichneten Leichenteile nicht verschenkt, sondern verkauft. – Unbekannt 2005-01-06 01:41

  • Das ist korrekt. Nur halte ich es für falsch, wenn sich jemand für Dinge verantwortlich fühlt, wofür er nicht verantwortlich ist. „Schuld“ hätte nicht ursächlich derjenige, der sein carnivores Tier mit den Nebenprodukten füttert. Ich füttere meinen Hund z.B. überwiegend mit Blättermagen und grünem Pansen, wofür mir keine Verwendung als Lebensmittel für Menschen einfiele.

Differenzierung zwischen domestizierten und wilden Tierarten

„Wir erkennen: die Ernährung mit vermeintlichen „Schlachtabfällen“ kann das ethische Dilemma nicht auflösen, welches sich uns bei der Ernährung von in der Natur omnivor oder gar karnivor lebenden nichtmenschlichen Tieren stellt.“

  • Zugunsten präziser Sprachführung würde ich hier stattdessen „bei der Ernährung von omnivoren und carnivoren domestizierten Tierarten“ verwenden. Domestizierte Tierarten (Haushund, Hauskatze) unterscheiden sich (durch dne Domestikationseinfluss des Menschen, Zucht)in vielen Punkten von den Stamm-Wildformen (Wolf, Wildkatze. So hat z.B. die Hauskatze eine viel höhere Reproduktionsrate als die Wildkatze. Auch ethologische Unterschiede sind nachgewiesen worden, z.B. von Dr. Dorit Feddersen-Petersen (würde jetzt hier zu weit führen). Deshalb kann man domestizierte Tiere auch nicht einfach „auswildern“, und deshalb ist genau das auch im Tierschutzgesetz untersagt.

Das korrespondiert dann auch mit „Katzen und Hunde hatten nie eine Wahl…“, bei den domestizierten Tierarten ist - aus dieser gewählten Perspektive - das Kind schon in den Brunnen gefallen, indem diese Haustiere von Menschen geschaffen wurden, mit allen physischen und weiteren Konsequenzen für die Tierart.

Kleinere Korrekturen

Kleine Korrektur: Die Haltung und Tod von Tieren resultieren nicht allein aus der Ernährung, sondern aus nahezu allen Konsumvorgängen des Menschen.

  • Das stimmt, schon unsere Korrespondenz hier am PC oder mein Eintrag bei VeganWiki gehören dazu und wäre vermeidbar. Diesen Gedankengang zu verfolgen wäre mir allerdings zu weit über das gegebene Thema hinaus gegangen.
  • Für diese Frage gibt es eine eigene Seite, siehe Konsequenz.

„Bislang ist jedoch noch kein Fall aktenkundig, in dem der zuständige Amtsveterinär gegen eine vegane Ernährung entschied.“

  • müsste - sofern niemand einen solchen Fall belegen kann - geändert werden in „Bislang ist jedoch noch kein Fall aktenkundig, in welchem ein Amtsveterinär über eine vegane Ernährung entschied.“

Außer, jemand könnte einen Präzedenzfall nachweisen.

Anatomie und Physiologie von Hunden und Katzen

Ebenfalls verkniffen habe ich mir eine explizite Würdigung der Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes von Hunden und Katzen, das kann jeder selbst nachlesen. Ich musste beides lernen, wurde in beidem geprüft, habe (tote) Tiere präpariert (seziert, hatte diese Verdauungstrakte (präpariert) stunden- und tagelang vor mir auf dem Tisch liegen und beschäftige mich praktisch und theoretisch seit Jahren mit Hunden und Katzen. Ich bin mir deshalb hundertprozentig sicher, was vegane Ernährung bei Hunden und Katzen warum und wie auf Dauer bewirkt. Ich halte es sogar für vorsätzlich und sträflich, darüber noch Studien (=Tierversuche) zuzulassen.

„Vegane Ethik“

Es gibt keine explizit „vegane“ Ethik. Diskussion zum Thema Ethik siehe dort. Veganismus kann die unterschiedlichsten Motive haben, und selbst ethisch motivierte Veganer handeln aus zum Teil unterschiedlichen ethischen Auffassungen heraus.

  • Wie willst Du das sonst bezeichnen? Außer Tierrechtlern und Veganern (meist in Personalunion) ist bisher noch niemand auf die Idee gekommen, aus ethischen Gründen carnivore Tiere vegan zu ernähren. Aus meiner Perspektive ist die Diskussion darüber nicht nur vermeidbar, sondern überflüssig, da sie aber geschaffen wurde, sollte zumindest jeder, der das in erwägung zieht, alle relevanten Informationen erhalten - damit er in vollem Bewußtsein dessen, was er da tut, entscheidet. Analoges gilt für die Diskussion um die Holocaust-Kampagne der Peta.

Pauschalisierung des Begriffs „Veganer“

Zum Begriff „Veganer“: die im Artikel aufgemachte Dichotomie zwischen Veganer und Nicht-Veganer erscheint mir etwas unglücklich. Zum einen gibt es nicht 'den Veganer', der stellvertretend für alle anderen steht (es gibt genügend Veganer, welche die Aufnahme von Hunden gänzlich ablehnen, andere wiederum sind nicht aus ethischen Gründen vegan usw.), zum anderen treffen die meisten Aussagen auf alle Menschen zu, nicht nur auf vegan lebende.

  • Fühl Dich bitte frei, den Text diesbezüglich zu ändern. Ich habe bis jetzt noch keinen Tierrechtler oder Veganer kennen gelernt, der die vegane Ernährung von Hunden und Katzen ablehnte oder dagegen argumentierte.

Beispiel: Hat ein Veganer das Recht, Tieren eine bestimmte Ernährung, die sie in freier Natur oder bei freier Wahl möglicherweise nicht wählen würden, aufgrund seines ethischen Verständnisses aufzuzwingen? — stattdessen sollte es heißen: Hat ein Mensch das Recht, … oder Hat man das Recht, … — …

  • Die mir bekannten nicht vegan lebenden Menschen halten diese Frage, wenn sie mit ihr konfrontiert werden, für eine Schnapsidee. Das ändert aber leider nichts an den Konsequenzen, die das für von anderen vegan ernährte Hunde und Katzen haben kann.

… schließlich sind nicht vegan lebende Menschen genauso mit der Frage konfrontiert, und Veganer sind keine Menschen mit mehr oder weniger Rechten als andere ;)

  • Das stimmt. Auch für sie gilt das Tierschutzgesetz und so einiges andere, auch wenn manche sich dessen vielleicht nicht bewußt sind, und meinen, in ihrem Fall heilige der Zweck das Mittel.

Pilotprojekt im Tierheim Siegen

Das Erstaunliche daran: Vor ihrer Übernahme verlief die vegane Ernährung ohne nennenswerte Komplikationen.

  • Falsch. 1. War der jäger bereits zu Zeiten der vegane Ernährung im Vorstand, zweitens wies Foss von Anfang an auf die Akzeptanzprobleme bei Katzen hin, auch in der Presse. An diesen Problemen änderte sich auch nichts.

Bislang ist jedoch noch kein Fall aktenkundig, in dem der zuständige Amtsveterinär gegen eine vegane Ernährung entschied.

  • Falsch. Weil sich niemand zur alleinigen veganen Ernährung (keine selbstversorgenden Freigänger) von Katzen zu bekennen bereit ist, und deshalb noch keine Anzeigen ergingen.

Zur Umstellung auf vegane Nahrung im Tierheim Siegen: Wenn du Katzen an eine andere Nahrung (egal ob vegan oder unvegan) gewöhnen möchtest, führt dies immer zu anfänglichen Akzeptanzproblemen. Doch diese waren längst zu Zeiten der feindlichen Übernahme des Tierheimes durch die Jägerschaft überwunden. Wenn du es nicht glauben möchtest, setze dich doch bitte selbst mit Jürgen Foss in Verbindung.

– Unbekannt 2005-01-06 01:41


ich weiß von der geschichte rein gar nix. wenn's da keine nachweisbaren quellen gibt, sollte die info ganz raus, dann braucht hier auch nicht darüber spekuliert werden. oder wir belassen es bei den tatsachen: es gab bisher kein erfolgreiches größeres projekt dazu, ein projekt wurde abgebrochen (fussnote: was einige befürworter veganer katzennahrung auf die übernahme des tierheims durch jäger erklären). die schlussfolgerungen kann man ja den lesern selbst überlassen.

– Unbekannt 2005-01-06 02:19


Zum Thema vegane Katzenernährung im Tierheim Siegen nun einige Fakten:

1. Der angesprochene Jäger befandt sich zu dieser Zeit weder in der Tierheimleitung noch im Vorstand, sondern im sogenannten „Beirat“.

2. Jürgen Foss hat nicht von Anfang an über Schwierigkeiten bei der Akzeptanz berichtet, sondern er hat, auch in der Presse, berichtet, es habe diese Akzeptanzprobleme bei einigen Katzen gegeben.

3. Die vegane Hundeernährung ist sehr wohl als Pilotprojekt zu verstehen, sogar als sehr erfolgreiches. Dort gab es weder Akzeptanz- noch gesundheitliche Probleme.

4. Die vegane Katzenernährung ist also aufgrund von Akzeptanzproblemen eingestellt worden. Foss hat aber immer wieder sehr deutlich gemacht, auch das sei mit viel Engagement und zeitlichem Einsatz zu lösen gewesen. Diese Möglichkeiten wurden ihm schlichtweg vom Vorstand nicht eingeräumt.

5. Die vegane Hundernährung ist in einer beispiellosen, medial inszenierten Aktion vom Vorstand des TSV Siegen eingestellt worden. Man hatte eine Mitfliederbefragung durchgeführt, die die Frage nach veganer Hudneernährung nicht enthielt. Man hat nachher behauptet, aufgrund sehr vieler Fussnoten auf den Rücksendungen sei ein klares Mitgliedervotum gegen die vegane Hudnernährung zu erkennen gewesen. Diese Behauptung wurde, wie so viele, niemals belegt. Wer sich von diesem Verein belügen lassen will, kann das herzlich gerne tun. Nur soll er Lügen hier nicht als Fakten hinstellen. Die Frage nach dem Motiv für diese Inszenierung der TSV Siegen ist schnell beantwortet: Es gab einen inhaltlichen Richtungsstreit bezüglich sämtlicher relevanten TR-Fragen. Foss wollte diese Themen im Verein nach vorne bringen. Als er nach einiger Zeit und vielen Diskussionen gemerkt hat, dass diese Themen den Vorstand nicht interessieren (weil man ja so gerne Schlachtplatten, finanziert von Mitgliedsbeiträgen, in sich hineinstopft und einem Jäger im Beirat halten wollte), hat er gekündigt, gleichzeitig aber öffentlich erklärt, für was er steht und was er für Ziele hat. Er hat sehr deutlich gemacht, dass er diese Entscheidung den Mitgliedern überlassen will. Weil der Vorstand des TSV diese starke „Opposition“ fürchtete und offenbar Angst hatte, dass diverse finanzielle Unregelmäßigkeiten ans Tageslicht kommen, hat man unter Zurhilfenahme der Lokalpresse eine Anti-Foss-Kampagne inszeniert, die voll war mit Lügen und Verleumdungen. Im Rahmen dieser Kampagne wurde, wie gesagt, die vegane Hundernährung eingestellt (die die Tierheimleiterin wenige Wochen vorher in einer Lokalzeitung noch ausdrücklich gelobt hatte). – SiegenIntern 2005-01-06 15:20


Was wie im Tierheim Siegen passierte ist für das Thema nicht besonders relevant. Hat schon ein Vorgänger erwähnt.

Hunde wurden im Tierheim Siegen vegetarisch und nicht vegan ernährt.

Beweise:

(In diesem Tierheim gibt es für die meisten Tiere kein Fleisch, sondern rein vegetarische Kost und dahinter steckt ein ethisches Konzept) http://www.wdr.de/tv/service/tiere/inhalt/20020901/b_2.phtml

(Käsesosse ein Hit für Tierheimhunde) http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/leserbrief/siegen/1908wp.jpg Leserbrief der Tierheimleiterin [http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/leserbrief/siegen/index.htm]

Da die Tiere im Tierheim nicht dauerhaft verbleiben und nur zeitweise vegetarisch ernährt wurden, ist das Beispiel des Tierheims sowieso irrelevant. Bis zu einem Jahr überlebt ein ansonsten gesunder Hund Mangelernährung problemlos.

Trotzdem gab es keinen Grund, die gesamten allgemein gehaltenen und neutralen ethologischen Informationen aus dem Artikel zu löschen. Weil die dazu beitragen, Tiere zu verstehen.

– Kuckuck 2005-01-06 17:10


Ein Pilotprojekt im Tierheim Siegen zur veganen oder vegetarischen Hunde- und Katzenernährung wurde nach relativ kurzer Zeit wieder abgebrochen, nachdem die Tierheimleitung von Jägern übernommen wurde, die ihre Entscheidung mit unlösbaren Akzeptanzproblemen begründeten. Das Erstaunliche daran: Vor ihrer Übernahme verlief die vegane Ernährung ohne nennenswerte Komplikationen.1

  • 1. Falsch: Die Tierheimleitung wurde nicht von Jägern übernommen, denn es änderte sich an Vorstand und Beirat des Tierschutzvereins nichts. Auch die Tierheimleitung (=Tierheimleiterin) blieb im Amt. (Nur der angestellte Geschäftsführer (Foss) kündigte, und seine Ehefrau, die als ungelernte Kraft im Tierheim als Tierpflegerin angestellt war, wurde gekündigt - was aj nicht die Tierheimleitung betraf).
  • 2. Falsch: Vor den Vereinsquerelen (statt Übernahme, was interessiert themenbezogen, wer da wen wie warum übernehmen hätte wollen) wurden die Tiere nicht vegan, sondern die Hunde vegetarisch ernährt, den Katzen wurde versucht, mit steigender Quantität veganes Futter unter das „normale“ zu mischen. Das Letztere wurde dann wegen Akzeptanzproblemen aufgegeben. (das ist ja auch hier in der Diskussion unstrittig).

Vegane Ernährung von carnivoren oder omnivoren Tieren gleich Tierversuch?

Zur Diskussion noch eine Frage: Wen ich ein carnivores oder omnivores Tier versuche vegan zu ernähren, ist das doch nichts anderes als ein Tierversuch mit unabsehbaren Folgen? Ich riskiere, dass ich damit scheitere, was ich erst dann (möglicherweise nach Jahren) merke, wenn gesundheitliche Schäden beim Tier auftreten?

– Kuckuck 2005-01-06 20:40

Diskussion zu den verwendeten Quellen

Ein (oder zwei) naturwissenschaftlich völlig Ahnungslose, die sich unreflektiert zu ihrer Selbstverwirklichung und - darstellung auf das vegane Ernähren einer Katze verlegt haben, sind aber kein Beleg. Sie sind noch nicht mal ein Argument. (Der Beitrag bezog sich vermutlich auf http://www.vegane-katzen.de/)


Beiträge, die keine inhaltliche Ergänzung (mehr) darstellen

Ältere Beiträge siehe Ältere Versionen.


Neue Kommentare

Bei Bezugnahme auf bereits angesprochene Punkte bitte über 'Seite bearbeiten' direkt an der entsprechenden Stelle antworten… danke :)


Unmöglich! Katzen sind Fleischfresser und werden es auch immer bleiben. Sie vegan zu ernähren, ist nichts weiter als ein grausamer Tierversuch. Ich schließe mich Kuckuck und weiß auch nicht, was es hier nocht groß zu diskutieren gibt. Die Vertreter der These Katzen könnten vegan ernährt werden, ohne dass es sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt, konnte nicht einen wissenschaftlichen Belge dafür liefern.

– Lisa 2005-01-13 11:11


Die Diskussion wurde deshalb angefangen, weil u.a. auf http://www.vegane-katzen.de/ öffentlich für die vegane Ernährung von Katzen Position bezogen wird. Das Thema ist auf dem Tisch, also wäre es auch falsch, eine Diskussion dazu abzuwürgen. – Tim


Eine Hündin wird nun schon seit über 4 Jahren vegan ernährt. (Eine Katze ca. 1 1/2) So langsam müssten sich die unterstellten Mangelerscheinungen doch zeigen? Aber überall werden sie nur wegen ihres schönen Fells bewundert und dort zeigt sich ein Mangel als erstes. Andere Hunde und Katzen werden Jahre bis sogar Jahrzehnte vegan/vegetarisch ernährt. Aber klar, Lebenskraft und Gesundheit sind ja keine zurechtzensierten „wissenschaftlichen“ Beweise…

Blutbilder beim Tierarzt zeigen ebenfalls hervorragende Werte, auch im Vergleich zu omnivor ernährten Hunden! Aber selbst wenn dies nicht der Fall wäre, ist es nicht gerechtfertigt ein Tier zu ermorden um ein anderes zu ernähren. Ganz nach dem Motto „die einen retten wir, die anderen fressen wir“? Nein Danke!

Wer die in seiner Obhut befindlichen Tiere Artgerecht ernähren will, sollte aufs Feld gehen und Mäuse fangen oder noch besser, ihnen die Freiheit dazu selbst überlassen. Das täten sie IM NOTFALL z. B. wenn sie vor dem Verhungern stehen oder unter Umständen auch nur zum Spaß. Eher noch würden sie aber ihre Nahrung im Müll suchen, weil es einfacher ist und besser schmeckt. Ansonsten ist es ethisch völlig vertretbar den von uns notversorgten Opfern der menschlichen Ignoranz gegenüber anderen Tieren eine Alternative zur „Tierquälerei in Dosen“ anzubieten. (Was gibt es da zu diskutieren?)

Antispeziesismus bedeutet eben nicht das eine Lebewesen zum vermeintlichen Wohle des anderen zu opfern! Wir respektieren jedes Leben soweit dies möglich ist, nicht nur die Kuscheltiere wie es „Tierschützer“ tun! Solange es irgendwie möglich ist sollten wir in unserem Wirkungskreis fair mit jedem Leben umgehen. Wir haben die Wahl zwischen „sich mühe geben und für ALLE Beteiligten das Beste raus holen“ oder „ich mache was mir passt und am leichtesten ist. Nachdenken und reflektieren oder über den Tellerrand hinaus sehen ist wohl zu ansträngend.“

Bitte denkt doch weiter als bis zur eigenen Haustüre. Warum so viel leid verursachen wenns mit ein bisschen mehr Mühe auch anders geht?

http://www.vegan-hund.de und http://www.vegan-katze.de

Feilchen 2006-06-09 17:24

1) Details siehe Diskussion.