Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronische wiederkehrende Entzündung der Haut mit Juckreiz, Rötung, Nässen, Schuppung und Krustenbildung.

Hauptursache

Die Krankheitsentstehung ist trotz aller wissenschaftlichen Fortschritte noch immer nicht ganz geklärt. Es steht aber fest, dass mehrere Faktoren zusammen spielen und eine erbliche Veranlagung bestehen kann.

Folge ist in jedem Fall eine Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen, welche über noch nicht genau bekannte Zwischenschritte zu allergischen Hautreaktionen führt.

Symptome

  • Rötung
  • Juckreiz
  • lokale Entzündungsreaktionen
  • bevorzugt befallen werden Gesicht, Hals, Kopfhaut, oberer Brustbereich, Schultergürtel, Handrücken und Gelenkbeugen
  • die Betroffenen berichten über eine Verschlimmerung der Erkrankung durch psychische Belastungen, kaltes Wetter, gut geheizte Innenräume oder durch bestimmte Hautreizungen (Waschmittel und Stoffe)

Komplikationen

  • Infektionen mit Staphylokokken (Bakterien), die sich durch Pusteln und gelbe Krusten bemerkbar machten
  • Infektionen mit Herpes (oft mit hohem Fieber, bei Säuglingen evtl. Lebensbedrohlich)

Therapie

  • Schulmedizinische Therapie:
    • Behandlung mit teerhaltigen Lokaltherapeutika und Ichthyol
    • Kortison (zur Unterdrückung der lästigen Symptome)
    • orale Gabe von antiallergischen Medikamenten (z. B. Antihisterminika wie Fenistil)
    • UV-Therapie
  • Naturheilkundliche Therapie:
    • Meiden von Milch und Milchprodukten, Hühnereiweiß, Nüsse, Zitrusfrüchte, Meeresfrüchte, Fisch, Weizen, Fleisch
    • die Nahrung sollte einfach und naturbelassen sein
    • basenreiche Nahrung (Kartoffeln, Äpfel, Salate, Gemüsebrühen etc.)
    • Stressreduktion
    • Heilfasten
    • homöopathische Konstitutionsbehandlungen
    • Waschungen und Umschläge mit Heilpflanzen (Stiefmütterchen, Kleie, Eichenrinde, Bittersüß)
    • innerliche Anwendung von Löwenzahn und Bittersüß

Wichtige Hinweise zur Neurodermitis

  • Austrocknen der Haut vermeiden (am bessten mit neutralem Speiseöl, z. B. Olivenöl aus dem Biomarkt)
  • häufiges Baden und Duschen vermeiden
  • Kleidung sollte bevorzugt aus Baumwolle sein
  • auf Fellträgerkontakt sollte verzichtet werden (z. B. Hunde und Katzen)

Neurodermitis kann in jedem Alter spontan auftreten und spontan auch wieder ausheilen.

Aus homöopathischer Sicht ist jede Erkrankung der Haut ein Versuch des Körpers, sich zu reinigen (z. B. von Ernährungsfehlern). Man sollte daher die Haut bei dieser Funktion unterstützen und nicht versuchen, die äußerlichen Symptome zu unterdrücken.

Erfahrungsbericht: Neurodermitis ist heilbar

Vorgeschichte

Als meine Hautärztin 2001 Neurodermitis diagnostizierte, hatte ich schon einige Jahre mit leichten Beschwerden hinter mir, und war dennoch einigermaßen schockiert. Die roten, juckenden Flächen hatten sich in diesem Jahr vom Nacken auf die vorderen Achseln, die Innenfläche der Ellenbogen, die vordere Fläche zwischen Daumen und Zeigefinger sowie den unteren Rückenbereich verbreitet. Sie waren zum Teil so empfindlich geworden, dass es schon unerträglich wurde, ein langärmliges Shirt zu tragen.

„Sie können da nicht viel machen. Die Krankheit ist unheilbar, sie können aber jederzeit kommen und sich hier eine Salbe abholen die ein wenig hilft. Aber nehmen Sie die auch nicht zu oft, denn da ist Cortison drin, was ja auch nicht so gut für den Körper ist.“ Das war's.

Um herauszufinden was meiner Haut gut oder schlecht tat, fing ich dann über zwei Monate hinweg an, Tag für Tag alle möglichen Einflussfaktoren sowie die Entwicklung meiner Hautprobleme zu dokumentieren. Gleichzeitig drosselte ich, damals Vegetarier, meinen Verbrauch an Kuhmilch, Ei, Käse und Joghurt. Ich wollte alle möglichen Ursachen erst einmal ausschließen, um dann später darüber zu entscheiden, wie ich mit den Ergebnissen umgehen würde.

Ergebnisse

Das Ergebnis hat mich selbst überrascht: nach wenigen Wochen begannen die Rötungen wie von selbst zurückzugehen, und innerhalb von zwei bis drei Monaten regenerierte sich die Haut vollständig - es war, als hätte ich nie Neurodermitis gehabt. Seitdem hatte ich nie wieder Beschwerden, von einigen anfänglichen roten Pusteln in Stresssituationen abgesehen die bei entsprechender Rücksicht nach ein bis zwei Tagen wieder abklangen.

Erkenntnisse

Aus den Beobachtungen leitete ich einige Regeln ab, die ich nach meinen Erfahrungen nur empfehlen kann:

1. Bei Beschwerden: niemals kratzen!! Alles andere hilft nichts, wenn man die Stellen immer wieder aufkratzt. Selbst auf das geringste Kratzen ist zu verzichten. Der Juckreiz lässt sich z. B. durch das Gel der Aloe Vera lindern: ein Stück vom Blatt abschneiden, die zackigen Kanten abtrennen, das Blatt horizontal teilen und Fläche mit dem kühlenden Gel direkt auf die Haut auftragen. Ansonsten hilft nur eins: Selbstbeherrschung - ob Hände in die Hosentaschen oder Yoga, jeder muss dazu wahrscheinlich seinen eigenen Weg finden.

2. Stress so weit wie möglich lindern. Dazu gehören sowohl anhaltender innerer Stress als auch hoher äußerer Stress. Inneren Stress durch das Erkennen und Lösen von persönlichen Problemen und Belastungen lösen, äußeren Stress durch Reduzieren der eigenen Verpflichtungen und Tätigkeiten auf das Wesentliche.

3. Auf tierisches Eiweiß verzichten. Den größten Anteil schien bei mir damals die Kuhmilch auszumachen, die sich weitgehend z. B. durch Sojamilch ersetzen lässt. Dringend empfohlen wird auch der Verzicht auf Fisch und Fleisch, Eier, Käse und Joghurt. Auf Fleisch und Fisch hatte ich damals ohnehin schon verzichtet, Butter und Sahne konsumierte ich weiterhin, weil deren Eiweißgehalt im Verhältnis zum Fettgehalt nahezu vernachlässigt werden kann. Meinen Heilungsprozess hat das damals nicht aufgehalten; später viel es mir allerdings auch nicht schwer, aus ethischen Gründen auch darauf zu verzichten.

4. Extreme Umwelteinflüsse vermeiden. Dazu gehören Hitze und Kälte, Nässe und unnötige Waschmittel oder andere chemische Reize, sowie einige synthetische Stoffe. Bei Beschwerden die Haut nicht trocken reiben, sondern vorsichtig trocken tupfen. Ausgetrockenete Haut kann mit einigen Spritzern Sesamöl oder Olivenöl beruhigt werden, die mit Wasser verwaschen und sanft auf die Haut getupft werden. Man kann auch ein Bad nehmen, in das man einige Tropfen Sesamöl oder Olivenöl gibt.

Medikamente oder Salben brauchte ich gar keine. Bei einigen anfangs ausprobierten Salben hatte ich eher das Gefühl, dass sie meine Poren verstopften und überhaupt nicht halfen. Ich habe allerdings auch Betroffene kennengelernt, die unter noch schwereren Symptomen litten und denen z. B. die Kombination aus wirksamen Medikamenten und der Verzicht auf tierisches Eiweiß geholfen hat. Wie weit man seine Ernährungsgewohnheiten umstellen will, hängt sicherlich von den eigenen Abwägungen zwischen den Hautproblemen und der übrigen Lebensqualität ab. Mittlerweile vegan (ganz ohne tierische Produkte) lebend weiß ich aber, dass man sich ohne Weiteres umfassend und abwechslungsreich ernähren kann, ohne (zumindest zu Hause) mehr Aufwand zu betreiben. Den Aufwand, sich nach Alternativen umzuschauen und seine Gewohnheiten zu ändern, betreibt man ja nur einmal wirklich intensiv. Im VeganWiki und auf vielen anderen Seiten findet man reichlich Information dazu. Peppermint 2006-07-01 15:41

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Kommentare


Isabelle, danke für diesen informativen Artikel! Was du beschreibst, stimmt weitgehend mit meinen Erfahrungen überein, auch wenn ich nicht alles ausprobiert habe. Danke auch für die Korrekturen ;)

lg, Peppermint 2006-07-01 16:16