Maulbeerseide besteht aus Fasern, in die sich die Seidenraupe beim Verpuppen einwickelt. Diese „Eier“, also die Kokons, werden in kochendes Wasser gelegt, damit sich die Faser abwickeln lässt. Dabei sterben die Tiere. Seidenraupen werden an Maulbeerbäumen gezüchtet, daher der Name.
Bei der Herstellung von Wildseide werden die Kokons bereits geschlüpfter Schmetterlinge in der freien Natur eingesammelt. Die Tiere nehmen dadurch keinen Schaden.
Seide wird seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. in China produziert. Seit 555 wird auch in Europa - genauer gesagt im Byzantinischen Reich - Seide produziert.
Ob die Benutzung von Wildseide als vegan bezeichnet werden kann, ist fraglich. Ein ähnliches Problem habe ich vor längerer Zeit über Tierdung im VeganCafé angesprochen.
– Andreas 2005-10-05 16:22
Vegan steht im engen Sinne für rein pflanzlich, im weiten Sinne für alle Materialien, die nicht aus Tieren oder deren Ausbeutung gewonnen wurden. Deshalb würde ich sagen, ist Wildseide auch nicht vegan. Das heißt nicht, dass man sie nicht verwenden kann. Wenn es stimmt, und das Material tatsächlich nur aus Resten produziert wird, die in der freien Natur ohnehin anfallen, dann sehe ich darin kein Problem. Umgekehrt ist für mich nicht jedes Material oder Produkt allein dadurch vertretbar, dass es rein pflanzlich (vegan) ist …
– Peppermint 2005-10-14 02:18