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ethisch_konsumieren

Ethisch zu konsumieren steht im Gegensatz zum Verbraucherschutz für den Anspruch, die Folgen des eigenen Konsums für andere Individuen zu berücksichtigen. Direkte Kaufentscheidungen, aber auch die aus dem Kauf resultierende Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen durch Dritte, machen einen Teil der Nachfrage aus, ohne welche die Produkte in der Regel nicht unter den jeweiligen Umständen produziert würden. Nicht nur materiell durch Bezahlung oder Gegenleistung, sondern auch bezüglich geltender Normen und Wertvorstellungen unterstützt jeder Konsum stillschweigend die Art und Weise seiner Produktion. Die damit jeweils verbundenen Folgen sollen durch bewussten Konsum unterstützt, oder durch Boykott verhindert werden. Zu den Kriterien ethischen Konsumierens gehören annehmbare Arbeitsbedingungen für Angestellte, ein schonender Umgang mit ökologischen Ressourcen, fairer Handel, die Beachtung moralischer Kriterien bei der eigenen Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen und, bei einer pathozentrischen Ethik, die Achtung der Interessen auch von Tieren und anderen nicht-menschlichen Individuen.

Während die Diskursive Wirkung moralisch gepräger Konsumentscheidungen eher auf das Verhalten anderer Konsumenten zielt, zählt für Produzenten in kapitalistischen Gesellschaften vor allem die Ökonomische Wirkung, die von gemeinschaftlich handelnden Konsumenten ausgehen kann. Ethischer Konsum oder Boykott kann daher zur Folge haben, dass Anbieter sich an den Mindeststandards anderer Hersteller orientieren oder neue Standards setzen, und den Forderungen der Konsumenten entgegenkommen. Nicht selten eröffnen sich dabei auch Nischen für neue Produkte, die dann von einigen Anbietern zusätzlich bedient werden, ohne dass die bisherigen Produktionsweisen unmittelbar vom Markt verschwinden.

Weil die Unternehmen zwar aus wirtschaftlichem Druck heraus auf moralische Kritierien eingehen, sie gleichzeitig jedoch ihren Profit erhalten und maximieren müssen, halten sie sich oft nur an Richtlinien und Grenzwerte, oder berücksichtigen nur solche Missstände, die bereits öffentlich bekannt geworden und kritisiert worden sind. Ethisch produzieren, also das Vertreten moralischer Kriterien auch auf Herstellerseite, ist deshalb ein notwendiger weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Bedürfnisbefriedigung, bei der auch die Interessen anderer Individuen Berücksichtigung finden.

ethisch_konsumieren.txt · Zuletzt geändert: 2011/08/15 20:55 (Externe Bearbeitung)