Mit Gruppendenken wird in der Psychologie der Effekt bezeichnet, dass Mitglieder einer Gruppe ihr Verhalten an den angenommenen Erwartungen der Gruppe ausrichten. Dies kann dazu führen, dass alle gemeinsam etwas tun, was in Wirklichkeit niemand oder nur ein kleiner Teil der Gruppe tatsächlich tun möchte.

Gruppendenken kann aber auch eine Umschreibung dafür sein, dass Menschen sich mit Gruppen identifizieren, mit dem Lebensgefühl und den Zielen bestimmter Gruppen korrespondieren und sich, teils aus Angst vor dem Verlust dieser Identität, teils um damit überhaupt erst eine eigene Identität zu stiften, von anderen Gruppen abgrenzen. Die Abgrenzung führt nicht selten dazu, dass die Ziele und Sichtweisen verschiedener Gruppen auseinander driften und zunehmend miteinander konkurrieren.

Das Denken in Gruppen ermöglicht vermutlich erst Kooperation, weil diese zumindest einen Grundbestand an gemeinsamen Interessen und gemeinsamer Sprache benötigt. Gleichzeitig scheint die Grenzziehung von Gruppen jedoch immer wieder auch das Kriterium zu sein, nach welchem über die Gewähr oder Verweigerung von Rücksichtnahme entschieden wird. Gruppendenken, in diesem Sinne eine Form der pauschalen Diskriminierung, verletzt also (auch) Interessen.

Muss Gruppendenken überwunden werden? Wie lässt sich gruppenübergreifende Kooperation gestalten?


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