Die Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken erschließt sich neben der Zusammensetzung von Begriffen erst über die Bedeutung der verwendeten Ausdrücke selbst. So übertragen selbst vermeintlich „neutrale“ Sätze immer auch die Positionen und Anschauungen ihrer Urheber. Dabei kommen nicht selten beschönigende (Euphemismen) und herabsetzende Wörter (Dysphemismen) zum Einsatz.
Beide werden oft bewusst verwendet, um eine Sache besser oder schlechter darzustellen, als sie tatsächlich ist. Während Euphemismen über das Verstecken negativer Begriffe funktionieren (z. B. „Kollateralschaden“ für angeblich oder tatsächlich versehentliche Opfer militärischer Gewalt), wirken Dysphemismen vor allem als moralische Scheinargumente: eine Sache wird deshalb als negativ wahrgenommen, weil sie rhetorisch mit einem anderen, bereits als negativ empfunden Begriff verknüpft wird (z. B. „Chaot“ für Menschen, die sich nicht mit den bestehenden Verhältnissen zufrieden geben wollen).
Nach häufiger Nutzung verringert sich die Wirkung, d. h. als Euphemismen verwendete, vormals neutrale Begriffe bekommen eine negative Konnation, während tabuverletzenden Dysphemismen zunehmend als normal wahrgenommen werden und keinen Anstoß mehr geben.
Für die eigene diskursive Praxis wäre aus den genannten Gründen zu überlegen, auf herabsetzende ebenso wie auf beschönigende Begriffe zu verzichten, und ihr Vorkommen aufzudecken, um Kritik auf die dahinter stehenden Positionen deutlich machen zu können.
Die Verwendung solcher Begriffe in den Aussagen anderer darf jedoch nicht davon abhalten, sich mit den dahinter stehenden Gedanken und den eigentlichen Argumenten auseinanderzusetzen.
Beispiele für häufig verwendete Euphemismen und Dysphemismen finden sich in der Liste von Euphemismen und Dysphemismen im Veganismusdiskurs.
Siehe auch AntiveganWiki:Ekelkonnotation.