Diskursive Praxis (kommunikatives Handeln) steht für die Idee, durch sein Verhalten bestimmte Anschauungen zum Ausdruck zu bringen. Dieses kann auch oder gerade auf non-verbaler Ebene geschehen.

Bei einer veganen Lebensweise wird z. B. durch die Art der Ernährung, die Kleidung, die Entscheidung für oder gegen bestimmte Gebrauchsgegenstände oder durch den Umgang mit Tieren die Rücksichtnahme auf die Interessen anderer Individuen zum Ausdruck gebracht, und gleichzeitig ein positives Signal für die Alternativen (z. B. rein pflanzliche Lebensmittel) gesetzt.

Der durch dieses kommunikative Handeln ausgeübte Einfluss auf die Gesellschaft ist weniger direkt und präzise als die ökonomische Wirkung (vgl. Verursachungsprinzip), richtet sich dafür jedoch stärker auf die Ursachen. So ist z. B. im Angebot tierlicher Nahrungsmitteln in den Supermärkten nicht der eigentliche Grund für die Missachtung von Interessen zu sehen, sondern in einer Art Gruppendenken welches Tiere als „für den Gebrauch bestimmt“ ansieht. Die diskursive Praxis des Veganismus richtet sich gegen genau diese Aussage.

Beide Aspekte, die ökonomischen Wirkung (Verursachungsprinzip) und die Wirkung auf die Gesellschaft (Diskursive Praxis) sollten bei Diskussionen zum Veganismus Beachtung finden und sich nach Möglichkeit gegenseitig ergänzen.

Beispiel: Schuhe. Das Auftragen alter Lederschuhe verletzt keine direkten Interessen von Tieren, kann aber leicht als Signal der Akzeptanz von Tierhaltung verstanden werden.

Siehe auch:

  • Aktionen - was lässt sich durch welche Formen des Aktivismus erreichen? Wie wirken Aktionen?

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