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Siehe Speziesismus.

Diskussion

  • unabhängig von der Art und Weise der Haltung: Tierprodukte nicht konsumieren, weil Tiere Schmerz emfpinden, auch bei „guter“ Haltung leiden (durch Abernten, unnatürliche Lebensweise, sozialen Stress etc.), uns nahe stehen
  • dies alles steht der Tatsache gegenüber, dass die meisten Tierprodukte ohne Probleme durch pflanzliche oder künstliche Produkte ersetzbar sind
  • Gegenargument: Pflanzen leiden doch auch
    • Ja, dieses Argument bekommt man ziemlich oft zu hören. Abgesehen davon, dass Pflanzen kein Nervensystem haben welches Schmerz übertragen kann, geht es bei der veganen Lebensweise doch darum, möglichst viel vermeidbares Leid zu umgehen. Das erreichst Du bei pflanzlicher Ernährung schon allein dadurch, dass diese viel näher am Ursprung der Nahrungskette liegen. – Tim
      • Dass die Pflanzen kein Nervensystem haben, das mag sein. Es ist aber Tatsache, dass sie trotzdem auf „Schmerz“ reagieren. Wenn du den Druck in der Pflanze Misst und sie beim Vorbeigehen schlägst, reagiert der Druck in ihr. Wenn du das regelmässig tust, wird sie bald schon reagieren, bevor du sie berührt hast- unterschätze also das Empfinden einer Pflanzen nicht. – geschrieben von Klaus

Selbst unter der Prämisse, dass Pflanzen Schmerz empfinden könnten, wäre eine vegane Lebensweise der vegetarischen oder omnivoren vorzuziehen: Denn kein Veganer kann in seinem Leben soviel Pflanzen verzehren, wie alle Rinder, Schweine, Hühner und andere Tiere, die für einen Vegetarier oder Omnivoren ausgebeutet und ermordet werden. Auch unter der nicht zu belegenden These, dass Pflanzen Schmerzen empfänden, ist die vegane Lebensweise zu wählen. Wer also an das Schmerzempfinden er Pflanzen glaubt, dem sei in jedem Fall eine vegane Lebensweise ans Herz gelegt. geschrieben von Tom

  • Antispeziesismus wird in Anlehnung an andere Diskriminierungen wie Rassismus oder Sexismus definiert. All diese Diskriminierungen betreffen die Gemeinschaft der Menschen, die sich dadurch auszeichnet, dass sie an deiner Debatte teilnehmen können. Zudem ist ein antirassistisches und antisexistisches Leben denkbar. Ob sich eine antispeziesistische Utopie leben lässt, ist unsicher. Wie sollen Menschen ohne andere Tiere aus ihren Lebensräumen zu vertreiben oder sogar zu töten Landwirtschaft betreiben, Häuser bauen oder sich auch nur fortbewegen? Lässt sich Speziesismus überhaupt praktisch überwinden?
    • Indem wir uns Mühe geben und uns weiter entwickeln. Rassismus ist ein schönes Beispiel. Es ist nicht zu leugnen das ein Mensch mit z. B. einer anderen Hautfarbe uns besonders ins Auge sticht. Dieser Mensch ist anders als wir, das fällt in der Regel jedem zumindest auf. Die meisten Menschen jedoch stören sich nicht weiter daran. Fatal hingegen wird es, sind wir bei fremden Menschen zu Gast und kennen die üblichen Gebräuche nicht. Keiner käme auf den Gedanken das rassistische Hintergründe mitspielen, wenn man durch eine kleine unbedachte Geste wie z. B. die Ablehnung einer Speise, den Gastgeber tief beleidigt. Erfahren wir im Nachhinein die Hintergründe und wie wir das hätten abwenden können, so bereuen wir vielleicht unser Verhalten. Genau so verhält es sich im Speziesismus. Wir können nicht alles verhindern, aber wir können daran arbeiten. Vielleicht entwickeln wir künftig Verkehrsmittel bei denen kein Lebewesen mehr getötet wird, wer kann das schon sagen? Stell Dir vor, die Sklavenbefreier hätten aufgegeben und gesagt, nutzt ja eh nix. Wo wären wir dann heute? (Muss ich das jetzt Signieren? Eigentlich find ich das doof… Feilchen)
      • klar, aber das meine ich ja gerade. ich kann ein leben führen ohne andere menschen bewusst zu beeinträchtigen. wenn es interessenkonflikte gibt, die es immer geben wird, kann sie verhandeln. aber wie verhandel ich mit tieren. meine eltern haben einen eigenen garte, wo sie gemüse anbauen. das finde ich richtig toll! alles biologisch, keine chemie. als ich noch bei ihnen wohnte, habe ich häufig umgegraben, was meinst du wie viele insekten ich dabei getötet habe? tiere sind überall, wenn ich irgendwo ein feld anlege oder ein haus baue , werd eich sie vertreiben oder töten. solche probleme wird es immer geben und sie werden sich höchstens damit lösen lassen, dass man sich selbst umbringt. aber das kann ja wohl kaum eine lösung sein. finde ich ziemlich deprimierend über sowas nachzudenken. :(

* Ein Problem hierbei ist die Unvermeidbarkeit von Leid. Es würde mehr Leid verhindern, alles Leben auf der Erde auszulöschen, als sich vegan zu ernähren, und damit vielen Tieren die Chance zu geben, sich noch über tausende von Generationen qualvollstens zu töten. Also wäre es logisch gesehen richtig, die Erde zu zerstören (vllt mit 10.000 Wasserstoffbomben oder so). Aber das kann ja wohl nicht stimmen, oder? Auf jeden Fall wäre es trotzdem logisch gesehen das konsequenteste.

  • Leid oder Gewalt an sich sind nicht vermeidbar, aber man kann doch unbestreitbar mehr oder auch weniger Rücksicht auf andere Individuen nehmen. Das Auslöschen allen Lebens auf der Erde würde zwar alles Leiden auf dem Planeten beenden, allerdings wäre dieser Vorgang selbst ein kaum zu übertreffender Akt der Gewalt. Wir hatten auf Freeganismus gerade eine ähnliche Diskussion. Meines Erachtens geht es nicht allein um die „Summe“ von Gewalt, sondern immer um das Verhältnis zwischen „Glück“ und „Leid“. Je mehr Leben und Interaktion es gibt, desto mehr Leid gibt es absolut gesehen. Aber eine Gesellschaft mit 10 Millionen Individuen, denen es „befriedigend“ bis „gut“ geht, ist erstrebenswerter als eine Gesellschaft mit nur 100 Indivdiduen denen es dafür richtig schlecht geht, auch wenn es in der ersten Gesellschaft in der „Summe“ mehr Gewalt geben wird. – Peppermint 2007-09-19 14:18

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