Diskussion

Da diese Seite ursprünglich „Die Unterschiede zwischen Mensch und Tier“ hieß, konzentrierte sich die Diskussion bisher hauptsächlich auf die „Alleinstellungsmerkmale“ des Menschen gegenüber anderen Lebewesen.

Tiere können wie Menschen Schmerz fühlen. Biologisch gesehen ist der Mensch ein Säugetier. Viele Tiere weisen über den Instinkt hinaus einen gewissen Grad an Intelligenz auf, etwa Ratten, Delphine, Affen oder Hunde. Andere, etwa Bienen oder Ameisen, leben in einem komplizierten sozialen Netz miteinander. Der Mensch ist sich (zumindest in einigen Fällen) seiner selbst bewusst. Er kennt Vergangenheit und Zukunft und kann die Folgen seines Handelns abschätzen. Davon abgesehen ist der Mensch offenbar auch das einzige Lebewesen, das seinen eigenen Lebensraum (und den anderer Lebewesen) zerstört. – schrieb jemand am 06.07.2004'

Menschen sind Tiere (genauer gesagt Säugetiere). Es gibt keinen Punkt, in dem sich alle Menschen von allen anderen Tieren unterscheiden. Es handelt sich in jedem Fall um Individuen, um Tiere, die mehr oder weniger intelligent, mehr oder weniger gesund, mehr oder weniger mobil etc. sind. Ein ausgewachsener Hund nimmt mit Sicherheit mehr von seiner Umwelt wahr als ein neugeborener Säugling, eine Ratte kann vielleicht eher in der Lage sein, Namen Gegenständen zuzuordnen als ein dementer Mensch usw. Von daher ist die Frage nach dem „Unterschied zwischen Mensch und Tier“ so überflüssg wie die Frage nach einem „Unterschied zwischen Hund und Tier“. – schrieb veganwitch am 21.09.2004

Die Frage des Unterschiedes zwischen Menschen und anderen Lebewesen halte ich schon für wichtig, denn offenbar gibt es doch viele Vertreter der sogenannten anthropologischen, also den Menschen in den Mittelpunkt rückenden Ethik. Erst wenn diese „Alleinstellungsmerkmale“ benannt sind, können sie widerlegt („das können andere Lebewesen doch auch“) oder relativiert („dafür können … das und das“) werden. Dein Einwand, dass diese Eigenschaften ohnehin nicht auf alle Individuen einer bestimmten Spezies gleichermaßen zutreffen, halte ich auch für berechtigt — er kann nur ein weiteres Argument dafür sein, die aus den biologischen Unterschieden abgeleiteten Hierarchien infrage zu stellen. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Menschen sich im allgemeinen schon von Hunden oder Apfelbäumen unterscheiden. Zu diskutieren wären zum Beispiel Sprache, soziales Verhalten, Bewusstsein, Intelligenz, die Fähigkeit sich anzupassen oder die Umwelt zu verändern…

Noch etwas: kann es sein, dass sich Dein Einwand mehr auf den Titel der Seite bezieht denn auf die Notwendigkeit der Diskussion selbst? Ich habe zwar mit den Begriffen „nichtmenschliche Tiere“ oder „Menschen und andere Tiere“ etc. auch so meine Probleme, weil ich sie selbst für zu einseitig auf die biologischen Merkmale gerichtet halte. Aber der Seitenname „Die Unterschiede zwischen Mensch und Tier“ wiederum impliziert ja auch unreflektiert eine Dichotomie zwischen „Mensch“ und „Tier“. Dem Anspruch neutraler Seitennamen wird das nicht gerecht. Wie wäre es also mit einer Umbenennung der Seite zum Beispiel in „Anthropologische Ethik“?

Ja, der Titel der Seite ist ziemlich irreführend. Biologische Merkmale sind nun aber nun mal das einzige, was Arten ganz klar voneinander unterscheidet. Drum sind Bezeichnungen wie „nichtmenschliche Tiere“ (wobei ich „andere Tiere“ bevorzuge sofern der Sinn dadurch nicht verfälscht wird oder ich mißverstanden werden könnte; klingt nicht so „künstlich“). - veganwitch

Okay, hab den Namen jetzt auf „Anthropozentrik“ geändert.


Wesentlicher Unterschied zwischen Mensch und Tier

Gewiß sind bei Tieren solche Qualitäten wie Mitgefühl, Unterscheidungsvermögen, Fürsorgeverhalten zur Arterhaltung, ja sogar der Erhaltung artfremder Lebewesen verschiedentlich beobachtet worden. Und gewiß ist auch, daß Menschen in vielen Eigenschaften sich mit tierischen ähneln oder mit ihnen übereinstimmen, von denen wir alle sicherlich einige aus eigener Beobachtung aufzählen könnten. Besonders menschlich scheinen uns ja die Verhaltensweisen von Schimpansen zu sein, die sogar die Handzeichensprache der (Taub-)Stummen anwenden können und bis zum Pubertätsalter sehr dem Verhalten von Kleinkindern ähneln. Doch in einigen wenigen Punkten ragt unsere Spezie ´menschwerdenensis´ aus dem sogenannten Tierreich heraus, nämlich daß wir vom Pubertätsalter an die Gabe entwickeln können, durch den ´freien Willen´ die Trieb- und Gefühlsebene bei Gebrauch des entwickelten Unterscheidungsvermögens und logischer Schlüsse zu überwinden und uns zugleich von der Gruppenhaftigkeit u. sozialen Zwängen abzulösen (Goethe soll gesagt haben, „Der Knecht fragt: ´Ists meinem Herren recht? Der Freie fragt: ´Was kommt danach?´ “). Ein weiterer hervorragender Unterschied zum Tierreich ist der wesentlich längere über die Pubertät hinausgehende charakterliche Reifungsprozeß der Menschen (der in der Regel bei den Männern etwas länger dauert als bei Frauen), der wiederum einen längeren sozialen Förderungs- u. Ablösungsprozeß erfordert. Da allerdings, wo ein menschlich veranlagtes Individuum sich im Wesentlichen erfolgreich darauf beschränkt, die Rangstufenleiter von Machtstrukturen hoch zu krauchen, sich zu paaren und materielle Vorräte und Territorien unter seine Verfügbarkeit zu bringen, dann spricht man von ihm wohl nicht zu unrecht gleichsam wie von einem ´großen Tier´. Wie solch ein Jemand sich aber zur ´Menschlichkeit´ entwickeln kann, das beschreibt Pietro Archiati recht verständlich unter anderen Publikat-Ionen in seinem abgedruckten u. als Audio-CD aufgezeichneten Seminar zum Thema ´Macht oder Menschlichkeit´.

mfG, Wolfram, 2004-10-11, 00:30


ethik


In Wolframs Kommentar ist trotzdem keine Eigenschaft zu finden, die alle nichtmenschlichen von allen menschlichen Tieren trennt. „Grenzfälle“ wie z. B. Behinderte, die nur einen eingeschränkten persönlichen Reifungsprozess haben, der möglicherweise auch einen geringeren Umfang als der von Schimpansen besitzt, stellen ein Argument für die unscharfe Trennung entlang der Speziesgrenze dar.

– Unbekannt 2005-10-24 13:29


Ich glaube das heisst anthropozentrismus und nicht anthropozentrik. Und zu der Frage ob es Unterschiede zwischen Menschen und Tiere gibt, möchte ich sagen wer die Frage so formuliert brauch sie erst gar nicht mehr zu beantworten denn er hat es längst getan, da er hier vorab Mensch und Tier zweiteilt, indem er alle nichtmenschlichen Spezien unter dem Oberbegriff „Tiere“ in eine Kategorie zusammenfasst und dem Menschen seine eigene Kategorie nämlich die Kategorie „Mensch“ zukommen lässt, die eigentlich nur für seine eigene Spezies steht, und somit durch seine spezifischen Merkmale als Mensch definiert ist, während bei der Kategorie Tier erstmal pauschal alle Gemeinsamkeiten aller nichtmenschlichen Spezien herausgearbeitet werden müssen, bevor sie in der Kategorie Tiere zusammengefasst werden können. Damit wird der spezifische Begriff „Mensch“ dem Oberbegriff „Tier“ gegenübergestellt. Da wundert es auch kaum dass sich der Mensch sehr stark dem „Tier“ unterscheiden wird, beantwortet man ein solche Frage. So formuliert würde selbst ein Kaktus gegenüber den Tieren sehr Appart erscheinen, da sich wohl kaum eine tierliche Spezies finden lässt die Fotosynthese betreibt. Es handelt sich hier offensichtlich um eine Frage die anthropozentrisch vorstrukturiert ist und somit auf der menschlichen Reserviertheit gegenüber Dichotomien beruht, daher kann eine solche Frage nur zu einer Bestätigung des Anthropozentrismus bzw. des Speziesismus führen. Es sollte also hier von einem tierrechtlichen Standpunkt aus die Mensch/Tier nicht beantwortet sondern kritisiert werden. eine Grundregel hier ist wer sich auf eine Sprache einlässt die durch und durch speziesistisch strukturiert ist, anstelle diese zu kritisieren, hat nicht die besten Karten. Daher fordere ich dass Tierrechtspolitik mehr Sprachkritik üben muss, da jede moralische ausgrenzung erst einmal damit beginnt dass faschistoide Gruppierungen (Nazis, Rassisten, Speziesisten…) die Sprache vergiften. Joel Hempel 2006-04-08 01:55