„Menschen sind keine Tiere!“ — Biologische Einordnung des Menschen

Der Mensch, genauer der Homo sapiens, hat sich aus Linie der Hominiden entwickelt, diese wiederum bilden eine Unterklasse der höheren Säugetiere. Der Ursprung des heutigen Menschen ließe sich also bis zu den Anfängen alles Lebens auf Erden zurückverfolgen.1) Durch diese evolutionäre Kontinuität wird deutlich, dass Menschen keine eigene Form des Lebens bilden, sondern sich grobkörnig als Säugetiere klassifizieren lassen. Dies wird durch den Vergleich des Menschen mit anderen „Tieren“ deutlich: Beide bestehen aus Fleisch und Blut, beide können sich fortbewegen, beide haben einen Stoffwechsel, beide können sich fortpflanzen, auf beiden Seiten geben die weiblichen Säugetiere nach der Schwangerschaft Muttermilch und so weiter. Es gibt also keinen deutlichen Unterschied zwischen Mensch und „Tier“.

Die strikte, anthropozentrische Trennung zwischen Menschen und „Tieren“, verstanden als Trennung zwischen Kultur und Natur, als Trennung zwischen Wissen und Instinkt, gibt es nicht. Die vom Menschen gezogene Grenze entlang der Spezieslinie ist imaginär, denn der Mensch ist eingebettet in die Evolution und kann nicht losgelöst von anderen Spezies betrachtet werden. Doch selbst wenn der Mensch, so wie es uns speziesistische Dogmen glaubhaft machen wollen, einen eigenen Zweig des Lebens darstellen sollte und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Gegenteiliges beweisen sich als falsch herausstellen sollten, so ist fraglich ob dies Begründung für eine moralische Schlechterbehandlung anderer, empfindungsfähiger Lebensformen sein darf.


Diskussion

Also ich denke, aus Sicht der Anthropozentrik existiert diese Trennung zwischen Mensch und Tier durchaus. Wir sollten im Artikel nur darauf aufmerksam machen, dass die Trennung jeglicher biologischen Grundlage entbehrt. Auf dieser basiert die Anthropozentrik aber ohnehin nicht, sondern auf der Auffassung, der Mensch stünde am Ende der (bisherigen) Evolution und verdiene deshalb, im Mittelpunkt zu stehen (ontologische Anthropozentrik). Andere Anthropozentriker (oder auch Peter Singer) stellen die Fähigkeiten des Menschen (oder von „Personen“) zu Erkenntnis und Sprache in den Vordergrund, was trotz aller Kritik vielleicht noch am ehesten vertretbar ist, da damit nicht nur biologistisch argumentiert wird, sondern Kultur, soziale Aspekte usw. mit einbezogen werden (erkenntnistheoretische Anthropozentrik) - die Trennung würde dabei am ehesten zwischen solchen Lebewesen, die einer Sprache (im abstrakten Sinne) mächtig sind, und anderen Lebewesen verlaufen. In der ethischen Anthropozentrik wird der Mensch in den Mittelpunkt gestellt, was auf verschiedene Weise begründet wird. Eine zentrale Rolle dabei spielen meines Erachtens Interessen: diejenigen Individuen oder Dinge, die eigene Wünsche und Bedürfnisse haben, sollten im Sinne eines ethischen Handelns Berücksichtigung finden. Es ist offensichtlich, dass fühlende Lebewesen wie Tiere Interesse an Verhinderung von Leiden haben.


<include „Gliederung zum Speziesismus“>


Ethik Speziesismus Tierrechte