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Bio ist nicht gleich Vegan

Diese Seite soll vor allem deutlich machen, dass es einen Unterschied zwischen „Bio“ und „Vegan“ gibt, auch wenn beides oft in einem Zusammenhang steht. Mehr zum Thema in der Rubrik Ordner:Umwelt.

Aus diesem Aspekt dürfte man nur noch essen, was vom Bio-Bauernhof von nebenan kommt, quasi als Selbstversorger. Das ist aber leider nicht möglich, dass 7Mia. Menschen als Selbstversorger Leben- nicht auf unserem kleinen Planeten, denke ich. Wir sind also angewiesen auf Massen Tier und Pflanzen- Produktionen und wenn wir da im „reichen Westen“ jetzt so Pimpelig tun, finde ich das eher arrogant als konstruktive! Wenn wir also schon das Privileg haben, auslesen zu können was wir Essen wollen, wäre doch eher wichtig, dass wir uns einsetzt für möglichst Artgerechte Haltung der Tiere und Pflanzen die wir verzehren, als auch deren „Ernte“ und Transport. – geschrieben von Klaus

Natürlich hängen Veganismus und Bio bzw. artgerechter Anbau eng zusammen, allerdings sind das zwei Themen die unabhängig voneinander zu diskutieren sind. Pflanzen artgerecht zu halten ist eigentlich nicht schwer, wenn man z. B. auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln verzichtet, Monokulturen vermeidet etc. Bei Tieren ist das schwieriger, will man weiterhin Milch, Wolle etc. von ihnen „ernten“. Artgerechte Haltung von Tieren würde u. a. bedeuten, die Milch von Kühen lediglich den Kälbern zu überlassen, und das Melken dann einzustellen. Oder männliche Kälber nicht zu Leberwurst zu verarbeiten, sondern auch sie (ohne dass sie Milch liefern) leben zu lassen. Eine „glückliche Kuh“ lässt sich so mit profitorientierter Haltung nicht vereinbaren. Das heißt nicht, dass sich Bedingungen der Tierhaltung nicht auch so verbessern ließen - jeder muss für sich selbst entscheiden, ob ihm „Bio“, die freundliche Ausbeutung von Tieren, reicht, oder ob er grundsätzlich etwas ändern will. (Darüber hinaus halte ich es auch für wichtig, die Entscheidungen anderer in diesem Zusammenhang zu akzeptieren, solange z. B. nicht geklärt ist, ob man sich überhaupt konsequent vegan ernähren kann, ohne seiner eigenen Gesundheit zu schaden.)

Ist artgerechte Haltung von Tieren überhaupt möglich?

Diskussion: Abgesehen von der ebenso dringlichen Frage nach artgerechter Menschenhaltung bejahe ich die o.g. Frage. Denn unter den von Menschen ungebunden Tieren gibt es ja auch etliche nahe Beziehungen verschiedener Lebensformen, Schmarotzer und Symbiosen, die einer vom anderen oder gegenseitig wichtige Vorteile zum Überleben erlangen. Es hat nachweislich Fälle gegeben, wo bestimmte Leute einige Hauskatzen mit einigem technischen u. personellen Aufwand ´auswilderten´. Und manche Haustiere entdomestizierten sich durch Flucht in die Wildnis, wie z.B. zahlreich in Australien u. Amerika. Aber ´meine´ Katze, die zu meiner Zeit immer nur in einer meiner Wohnungen versorgt worden ist, verläßt die Wohnung nur ein Stück vor die Wohnungstür, wenn ich ihr vorausgehe aber nur auf einen ´Katzensprung´. Haustiere sind eben bis zu einem Punkt anpassungsfähig und stellen sich auf das Leben mit Menschen ein. Bekanntlich leben viele ´Wildtiere´ in Städten, wo von den Menschen einiges für sie abfällt und stellen sich mehr oder weniger auf den Lebensrhythmus der menschlichen Mitbewohner ein, allerdings nicht immer zum Vorteil derselben. Ja, sie enfalten oder entwickeln in unserer Gesellschaft manche Fähigkeiten, die von ihnen unter Ihresgleichen o.a. Tiernachbarn gar nicht abverlangt werden würden.

mfG Wolfram (loeschke@veganleben.info)

  • Natürlich ist eine „artgerechte Haltung“ möglich - schließlich hängt der Begriff von unserer menschlichen Definition ab, und da kann man ja alles hereindefinieren - wenn man überhaupt die „Haltung“ an sich schon akzeptieren will. Aber wenn Wildtiere in die Stadt kommen und die Rohre von Autos ankabbern oder Container auf der Suche nach Essbarem aufbrechen, dann ist das doch nichts anderes, als würde die Maus versuchen, ein Stück Käse von der Mausefalle abzupicken, ohne dabei erwischt zu werden. Mit artgerecht hat das nichts zu tun.
  • Hallo Wolfram,

die grundsätzliche Kritik am Begriff des „artgerechten“ besteht bereits darin, dass er pauschalisieren möchte, anstatt die individuellen Bedürfnisse eines fühlenden Lebewesens zu berücksichtigen. Nicht jedes Tier der gleichen Spezies denkt, fühlt und handelt identisch. Dass deine Katze sich in deiner Wohnung wohl fühlt, mag sein; möglicherweise, weil sie kein anderes Leben kennt. Doch hältst du es für ausgeschlossen, dass ihr Instinkt nicht sagt, es müsse noch mehr geben als deine Wohnung? Wir werden diese Frage nicht bis ins Detail beantworten können. Außer Frage steht jedoch, dass wir es als Verbrechen ansähen einen Menschen von Geburt an auf einen Raum zu beschränken mit der Begründung, er könnte nicht unglücklich sein, weil er kein anderes Leben kenne. : Gut, die bei dir lebende Katze mag die Welt vor der Wohnungstür zu fürchten, doch würde sie die gleiche Angst als in Freiheit geborene Katze verspüren? : Wir sollten allen Tieren die Wahl lassen, wo sie leben möchten - eine Wahl, die sie zu treffen nur dann imstande sind, wenn sie frei leben. Sollte eine wirklich wildlebende Katze deine emotionale Nähe suchen, ist dagegen nichts einzuwenden. Als ethisch inakzeptable erachte ich es jedoch Katzen (die hier stellvertretend für alle Tiere stehen) ihren natürlichen Lebensräumen zu entreißen und sie in eine wie auch immer geartete Abhängigkeit vom Menschen zu führen. Deine Katze hat de facto keine Wahl, sie könnte nicht frei leben, ob sie es nun möchte oder nicht. Selbstverständlich müssen wir als Veganer uns der Opfer der speziesistischen Gesellschaft annehmen, jedoch müssen wir dagegen antreten nichtmenschlich Tieren ein Leben an der Seite des Menschen zu oktroyieren.

: Gruß, : Tom

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Umwelt

bio_ist_nicht_gleich_vegan.txt · Zuletzt geändert: 2011/08/15 20:54 (Externe Bearbeitung)