Warum Bienenhonig nicht vegan ist

Bienen schaffen sich während des Sommers lebensnotwendige Honigvorräte für den Winter an. Die Bienen nehmen zuerst den Honig in sich auf und „erbrechen“ ihn dann, um ihn an eine andere Biene weiterzugeben.

Der Mensch macht sich dies zunutze, indem er einen Bereich des Volkes abtrennt, in welchen nur die Arbeiterbienen, nicht jedoch die Bienenkönigin eindringen können. Der so gewonnene Honig wird dem Bienenstaat entnommen, und meist durch eine nährlose Zuckerlösung ersetzt.

Der „Anbau“ von Bienenhonig verletzt Interessen:

  • nicht profitable Bienenstöcke werden vernichtet, um Kosten zu senken und der übrigen Honigproduktion nicht im Weg zu stehen - so kann es zum Beispiel günstiger sein, im Frühjahr in einen neuen Stock zu investieren, statt die Bienen ohne „Einnahmen“ über den Winter zu bringen
  • freie Nester von Wespen und anderen „Konkurrentinnen“ der Honigbiene werden häufig ausgeräuchert
  • beim Öffnen und Schließen des Bienenstocks werden regelmäßig Bienen getötet
  • das Zuckerwasser ist als Ernährung für die Bienen vermutlich unzureichend - wie sonst ist zu erklären, dass der Mensch nicht selbst einfach das Zuckerwasser konsumiert, statt mühsam den Honig daraus zu gewinnen?

Alternativen zu Bienenhonig:

Artikel und Podcasts:

  • D-Radio Wissenschaft im Brennpunkt: Kluge Brummer - Neue Erkenntnisse zur Kommunikation zwischen Bienen mittels Schwingungen, die durch Bewegungen der Flugmuskulatur erzeugt und über die Beine der Biene und die sechseckigen Waben des Bienenstocks wie in einem Telefonnetz übertragen werden, sowie zur Entfernungsmessung anhand des optischen Flusses. Bienen sind außerdem in der Lage, anhand landschaftlicher Merkmale zu ihrem Weg zurückzufinden und darüber zu entscheiden, ob sie zur gesuchten Nahrungsquelle oder zum Bienenstock zurückkehren. Sie können menschliche Gesichter voneinander unterscheiden und Regeln lernen, bei denen sie Muster, Farben oder Gerüche auseinanderhalten und die jeweils damit verbundenen Ergebnisse anhand bisheriger Erfahrungen abschätzen. Die kognitiven Fähigkeiten von Bienen sind noch ausgeprägter, als bislang bekannt. Podcast (6,32 MB).

Ordner:Lebewesen

Diskussion

Bei der „modernen“ Honigherstellung werden Bienen im Allgemeinen heutzutage nicht mehr getötet (außer die Imkerin oder der Imker ist so tollpatschig und zerdrückt aus Versehen eine oder mehr Bienen, wenn sie oder er den Rahmen mit den Honigwaben herauszieht). Noch bis ins Mittelalter wurden die Stöcke der Waldbienen im wahrsten Sinne des Wortes ausgeräuchert. Doch dann bekam man auch in den waldreichen Gegenden mit, dass es doch viel ökonomischer wäre, die Bienen am Leben zu lassen und ihnen „nur“ ihre Nahrung wegzunehmen und sie durch schlechtere „Ersatznahrung“ zu ersetzen. Andreas 2005-11-29 15:00


Interessant. Hast du Quellen dafür? Wir könnten eigentlich auch gut im Wiki einen Artikel über Honig schreiben… TomFalkner 2005-12-05 01:26


Quellen zur Honigherstellung im Mittelalter? … Mmh… Also im ersten Moment fallen mir da keine Quellen ein. Das sind noch Erinnerungen aus dem Studium, wo das mal Thema war. Ich bin mir aber nicht sicher, ob im Mittelalter den Bienen schon ein Ersatzstoff gegeben wurden. Andreas 2005-12-07 20:27


Sorry, das war ein wenig missverständlich formuliert. Mich würden vor allem Quellen interessieren, aus denen hervorgeht, dass heute Bienen nicht mehr absichtlich bei der „Herstellung“ von Honig durch ImkerInnen getötet werden. TomFalkner 2005-12-08 01:58


Theoretisch bräuchten bei der Honigherstellung keine Bienen getötet zu werden. Dass die Praxis meist anders aussieht, soll folgender Artikel bei maqi.de andeuten: maqi.de, dann auf „Artikel und Flugblätter“, dann auf „Bienenerbrochenes“. Andreas 2006-02-03 16:40


Den Text von Achim kenne ich. Meine Frage sehe ich in Achims Text allerdings nicht beantwortet. TomFalkner 2006-02-04 17:25


In einem meiner Gesundheitsbücher wird sogar davor gewarnt Säuglingen Honig zu geben, da ein darin enthaltener Keim lebensbedrohlich für Babys sein kann. Ist leider nicht sehr ausführlich aber eine interessante Info. Feilchen 2006-08-27 19:00


Die Produktion von Honig ist mittlerweile unwirtschaftlich. Der meiste Verkaufte Honig ist ein Abfallprodukt das bei der Bestäubung (der Zweck der Bienen) anfällt. Das aktuelle Bienensterben ist daher eine massive Bedrohung der Nahrungsmittelversorgung (keine Bestäubung=keine Ernte). Das man Honig anstatt Zuckerwasser als Mensch ißt, liegt daran, dass Honig einen besseren Geschmack hat. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wäre Zuckerwasser oder Invertzucker (künst. Honig) deutlich billiger als Honig. Zum Bienensterben: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,480748,00.html


Hm, aber am Geschmack kann es nicht liegen. Mein Löwenzahnhonig schmeckt garantiert wie „echter“ Honig. Habe ich jetzt schon mehrfach getestet. Ich denke eher, es liegt daran, dass die Menschen zu faul sind, selbst zu arbeiten. Das pflücken, zupfen und kochen ist nämlich wirklich ne mords Arbeit und erfordert viel Geduld und Geschick. „Gesünder“ ist Honig sicher daher, weil Bienen aus den Pollen Honig produzieren können ohne diese zu kochen (obwohl ich nicht glaube, dass der Honig in der industriellen Verarbeitung nicht erhitzt wird). Aber wenn die Nachfrage steigt, wird es bestimmt bald auch gesunden, veganen „Honig“ geben. PS. Ist fast schon wieder zu spät, aber wer sich beeilt, kann jetzt noch Honig machen, bevor die Blüten zu Pusteblumen werden :-) Feilchen


Das der Löwenzahnhonig (korrekte Bezeichnung Löwenzahninvertzuckercreme, Bezeichnug Honig ist laut Lebensmittelrecht verboten) ähnlich wie echter Honig schmeckt liegt daran, dass beim Rezept der Gelierzucker in Invertzucker (Honig besteht zu ~80% aus Invertzucker) umgewandelt wird. Wenn man den Energiebedarf für die Produktion des Kunsthonigs berücksichtigt könnte echter Honig eine bessere Ökobilanz haben.

Kalt geschleuderter Honig darf während der Produktion nicht erhitzt werden. Bei heiß geschleudertem Honig (billig) sieht es natürlich anders aus.


Das hängt sicherlich von der Produktion ab. Wenn die Leute ihren Löwenzahnhonig selbst machen oder ihr eigenes Brot backen, ist das immer weniger effizient, als die industrielle Produktion. – Peppermint 2007-05-08 22:38

bienen.txt · Zuletzt geändert: 2011/08/15 22:54 (Externe Bearbeitung)
 
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